Recent Linkage 7

While I’ve been writing about virtuality, I’ve been reading lots of stuff concerning textual control, with this week’s recent linkage devoted entirely to shades of censorship and regulation. Here we go:

More arguments about the purported media of revolution:
Und zur Regulierung von Texten in Deutschland:
  • Luis Pistor rekapituliert bei den Web-Evangelisten noch einmal den Rechtsstreit zwischen Stefan Aigner und der Diözese Regensburg, der am 25. Februar in Hamburg vorläufig entschieden werden soll und der übrigens — es ist ja ein Blog, warum nicht persönlich werden — zwar keineswegs der Grund, aber ein wesentlicher Anlaß für meinen Austritt aus der Kirche war: Denn hier war unübersehbar, daß ich mit meiner Kirchensteuer nicht nur Menschen mit anderen metaphysischen Überzeugungen, sondern moralisch zutiefst verwerfliche Handlungen unterstütze. Gemeint sind nicht der in Frage stehende Kindsmißbrauch und seine fragliche Vertuschung, die alle einzelnen Individuen angelastet werden könnten, sondern die unbestrittenen Versuche, die öffentliche Diskussion darüber zu behindern, die offensichtlich von der ganzen Institution getragen werden.
  • Eine gescheiterte Regulierung von Texten scheint bei der Dissertation des Verteidigungsministers vorzuliegen, die offenbar mehrfach plagiiert. Guttenberg meint, es könne sich nur um versehentlich ausgelassene Zitatzeichen und Quellennachweise handeln. Anatol Stefanowitsch ist hoch anzurechnen, daß er präzise benennt, warum die vorgeschlagene Verteidigung so unglaubwürdig ist: Weil nämlich bei den angeblich nur versehentlich nicht markierten Zitaten eben nicht nur Anführungszeichen und Fußnoten, sondern auch jede Markierung im Co-Text, damit auch jede Auseinandersetzung mit dem zitierten Material fehlen. Gerade das ist — vor aller formaler Korrektheit — der eigentliche Unterschied zwischen einem üblichen und erwünschten wissenschaftlichen Dialog und einer bloßen Aneignung. Daß Guttenbergs Verteidigung diesen Unterschied ignoriert, ist bei weitem besorgniserregender als ein ausgelassenes Gänsefüßchen.
  • Und Stefanowitschs unterstützenswerte Petition an den Bundestag, die sich gegen die Überantwortung der deutschen Sprache ans Gesetz richtet, kann weiterhin hier gezeichnet werden. Wer noch nicht überzeugt ist, findet hier weitere Gründe, zu unterzeichnen.
  • Der Enquete-Kommission Internet am Deutschen Bundestag, die u.a. über viele Fragen der textuellen Kontrolle in digitalen Medien berät,  liegt am Montag ein neuer Antrag vor, der nun doch noch eine intensive Beteiligung der Netzöffentlichkeit als “18. Sachverständigen” ermöglichen soll, wie es ursprünglich geplant war. Das soll durch kostenlose und kurzfristige Adhocracy-Instanz ermöglicht werden: Näheres zu dem Antrag z.B. auf netzpolitik.org.

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